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BOOKREVIEW: It Only Happens in the Movies - Holly Bourne



⭐️⭐️⭐️⭐️✨

VERLAG: Usborne Publishing

Veröffentlichung: 5.10.2017

GENRE: #fiction, Young-Adult, Romance

SPRACHE: Englisch

ISBN-10: 1474921329

ISBN-13: 978-1474921329

Kauft es hier für 8.49€


(© für das Foto an https://theliquidsunset.com/2017/09/11/it-only-happens-in-the-movies-by-holly-bourne/ )


NO SPOILERS!!!


Interessanter Titel, hm? Genau so ging es mir eben auch. Und nachdem ich den Klappentext gelesen hatte wusste ich; so wie alle anderen Bücher wird dieses Exemplar eindeutig nicht. Hatte ich Unrecht? Sollte man ein Buch nicht nach seinem Cover beurteilen? Findet es in den folgenden Zeilen raus.


Der Inhalt:

Audrey ist durch mit Romantik. Seit die Beziehung ihrer Elter implodiert ist, ist ihre Mutter nicht mehr dieselbe und so nimmt Audrey einen Job im Kino an, um aus dem Haus zu kommen. Aber genau dort trifft sie den zukünftigen to-be-Regisseur Harry. Niemand sieht voraus, wie schnell und tief die beiden sich in einander verlieben. Aber das heißt nicht, dass die Dinge einfacher werden. Denn reale Liebe hat nichts mit Filmen zutun...

Die größte Lovestory der Welt beinhaltet nämlich keine Knutsch-Szenen im Schnee oder rasante Fahrten zum Flughafen.


Die Autorin:

Zu aller erst: Uhh, eine Britin. Relativ seltene, aber, wie ich finde, gern gesehene Autoren. Holly Bourne wurde 1986 geboren und studierte Journalismus an der University of Sheffield. 2013 veröffentlichte die Londonerin dann ihren ersten Roman Soulmates (dt. „This is not a love story"), welchen Einschlug wie eine Bombe. Die Reihe der Am I normal yet - Saga, welche sich mit den alltäglichen Problemen von Menschen, die unter einer Zwangsstörung leiden, befasst, verschaffte der jungen Autorin dann den Lancashire Book of the Year Award.

Unter Anderem dadurch bedingt, dass Holly Bourne mehrere Jahre online Ratschläge zu Problemen von 16 bis 25-jährigen austeilte, weiß sie wohl ganz genau, wovon sie da schreibt. Und das merkt man. Seit 2013 geht die Kariere als Autorin für sie steil nach oben, kein Ende in Sicht. Mit ihren unwahrscheinlich gut recherchierten Romanen, die genau den Zahn der Zeit treffen (ich meine, sie hat einen Tumblr Acc anstatt einer Website.. omg ❤️), kann Holly Bourne ja gar nicht daneben liegen.

Ansonsten ist auffällig, dass sie online ziemlich viel über Feminismus publiziert und zu ihren Meinungen steht. Eine Autorin ganz nach meinem Geschmack!


Meine Gedanken:

Dieses Buch ist eindeutig anders. Anders anders. Etwas besonderes. Schon auf den ersten 10 Seiten wurde mir beim lesen bewusst: Ui, das könnte interessant werden.

Aber genau so etwas sucht man doch. Im Brei von all diesen YA-Romance-Büchern, sucht man das Eine, das, was anders ist.

Zu den Charakteren: Wow, das nenne ich mal eine Hauptcharakterin. Audrey ist eine beeindruckende junge Frau, eine Feministin und eine 0-Bullshit-takerin. Durch ihre Eltern glaubt sie Klischeehafterweise nicht an die große Liebe und macht mehrfach deutlich, dass Liebe nicht nur schön sein kann, sondern auch gefährlich ist. Als sie dann auf den Fuckboy Harry trifft, ist der Stress ja schon vorprogrammiert. Teilweise sind die Reden, die die beiden halten, Oskar-Preis-verdächtig.

Eine der Reden sei hier noch ein Mal genau erwähnt: Besonders überzeugt hat mich die wirklich fantastische Rede seitens Audrey, welche einfach innerhalb von drei Seiten die Problematik eines Fuckboys erklärt. Was man wirklich fühlt, wenn man einem Fuckboy begegnet. Bestimmt wurde jedes Mädchen schon mal verarscht oder ausgenutzt, und genau durch diese Rede konnte ich mich perfekt mit Audrey identifizieren. Das, was Holly Bourne innerhalb von drei Seiten ausdrückt, habe ich mein ganzes Leben noch nicht geschafft. Aber als ich das gelesen habe, dachte ich nur „Ja… Ja genau SO ist das.“ Und das war ein fantastisches Gefühl. Das erste, was ich danach gemacht habe, war, die Seiten abzufotographieren und sie zwei meiner engsten Freundinnen zu schicken. Die Kommentare? „Ja… Ja genau SO ist das.“

Das Zusammenspiel von Schriebstil und Charakteren passt in diesem Roman auch perfekt: Nicht nur die Charaktere heben sich eindeutig von der Masse ab, sondern auch die Verwendung von Groß- und Kleinbuchstaben (hört sich lächerlich an, ist aber so) und das besondere Vokabular. Ganz klar ist, dass der Roman den Zahn der Zeit trifft und endlich mal über das berichtet, was in anderen Büchern zu kurz kommt: Das Drumherum. Es ist nun ein Mal nicht direkt vorbei, wenn sich die beiden Hauptcharaktere küssen. Eine Beziehung ist etwas lebendiges, was sich entwickeln muss. Um Christoph aus Frozen (ja, „Die Eiskönigin“, ich gucke Disney) zu zitieren: „Was ist, wenn du nicht magst wie er popelt?“.

Trotzdem: Wie bei scheinbar allen Büchern, die ich in letzter Zeit gelesen habe, kommt aber auch in diesem Buch eine Sache zu kurz: Die Beschreibung. Ist es zu viel verlangt, dass ich gerne Harrys Augenfarbe wüsste? Oder die von Audrey? Wo ist in letzter Zeit das platonische „Ich schaute in den Spiegel und mich blickte ein (dunkel)blondes/braunhaariges/schwarz/rot/lilahaariges Mädchen mit großen blauen/braunen/grünen Augen an“?

Mir war von Anfang an klar, dass ein Buch wie dieses kein normales 0-8-15-Ende haben wird. Mini-Spoiler: Hat es auch nicht. Auch wenn am Ende des Teils 20 Seiten mehr der Geschichte gut getan hätten, kann man trotzdem wirklich nicht meckern- und wenn doch, dann nur auf höchstem Niveau.



Mein Fazit:

Der Roman überzeugt mit einer witzigen Mischung aus klassischem Klischee und völliger Neuinterpretation. Endlich werden einmal Dinge angesprochen, die wirklich 100% wahr sind und nicht nur das beschrieben, was man unbedingt als hoffnungsloser Romantiker, der an die wahre Liebe glaubt und mit zu vielen Hormonen vollgepumpt ist, hören möchte. Die Ehrlichkeit der Autorin im Bezug auf Sex, Beziehungen, Liebe, Betrug und Enttäuschung überrascht und begeistert mich. Jeder wünscht sich irgendwo eine rosarote Blase, eine einseitige Beschreibung der „Großen Liebe“, ein Happy-Ending und alles drum herum, aber Audrey hat schon Recht: Das ist eindeutig nicht die Wahrheit, noch hat das Alles irgendwas mit der Realität zutun. It Only Happens In The Movies ist mit Abstand der beste Titel, den man diesem Stück Literatur zuordnen kann. Standing-Ovation für Holly Bourne von meiner Seite aus. Und mein Tipp für euch: Es ist auf jeden Fall einen Blick wert!


Habt ihr das Buch vielleicht gelesen oder Erfahrungen mit Liebe und Fuckboys gemacht? Schreibts in die Kommentare oder versucht Euer Glück bei nightreader@web.de


Bis dahin, gute Nacht!

Eure Nightreader

 
 
 

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